Nachrichten

Alles neu – Jahreslosung 2026


7. Januar 2026

„Siehe, ich mache alles neu!“ So lautet die Jahreslosung für 2026 aus Offenbarung 21,5. Dieser Satz kann sich sehr unterschiedlich anfühlen. Mancher hört darin eine große Verheißung. Andere sehen ihn eher als Last oder gar Bedrohung. Erneuerung klingt nach Aufbruch, aber manchmal auch nach Stress.

Wir leben in einer Zeit, in der sich vieles rasant verändert und manchem dabei schwindelig wird: Politik, Technik, Arbeitsleben, das Miteinander in unserer Gesellschaft. Auch in der Kirche verändert sich viel. Gemeinden legen ihre Arbeit zusammen, Stellen werden gestrichen, Gewohntes hört auf, neumodische Ideen werden ausprobiert. „Alles neu“ klingt dann nicht unbedingt befreiend.

Ich glaube aber, dass viele Menschen, dennoch eine Sehnsucht nach Erneuerung haben. Allerdings eine Erneuerung, die nicht gleich übermorgen wieder alt wirkt, sondern die langfristig Sicherheit und Geborgenheit verspricht.

Die Worte aus der Offenbarung spricht Gott nicht in eine heile Welt hinein. Er spricht sie hinein in Schmerz, Tränen und Müdigkeit. Er verspricht nicht: Ich reiße alles nieder. Er sagt: Ich gebe euch Zukunft. Ich lasse euch nicht im Alten feststecken. Ich sehe, was euch belastet. Ich gehe mit euch durch das all die unangenehmen Veränderungen der Zeit hindurch und führe euch in neues Leben. Ein Leben, dass echte Erfüllung, Halt und tiefe Gemeinschaft verspricht. Eine neue Welt, die in der Bibel immer nur mit schillernden Bildern beschrieben wird: Ein paradiesischer Garten, eine goldene Stadt voller Licht oder ein Land, in dem alle Menschen in Frieden beieinander wohnen und niemand Angst haben muss.

Für viele erscheint das wie Träumerei. Doch manche sehen den Traum aus der Offenbarung schon mitten unter uns wahr werden: Dort, wo Menschen ein echter Neuanfang geschenkt wird, z.B. nach Krankheit oder Sucht. Oder dort, wo Mutige vorangehen und innovative Projekte Früchte tragen. Hier denke ich daran, wie vieles in unserer Kirchgemeinde in den letzten Jahren neu entstanden und gewachsen ist: Von Bauvorhaben wie der Innensanierung der Kirche bis hin zur Zeit-Tausch-Börse, die immer weiter wächst und Menschen in Taucha hilft. Hier entsteht Neues, das nicht Stress und Sorge auslöst, sondern Orte und Möglichkeiten, die Halt und Stabilität bieten inmitten der vielen Veränderungen unserer Zeit.

Ich wünsche Euch für dass Jahr 2026: Dass viel Neues wächst, was Euch erfreut und stärkt. Dass Ihr Mut bekommt manches Alte, was Euch belastet loszulassen. Und vor allem, dass Gott mit Euch geht durch allen Veränderungen und Zeiten hindurch.

Euer Pfarrer Nico Piehler